Einmaleins der Pferdedecke

Es ist noch nicht zu spät:

Wir wünschen euch ein tolles neues Jahr voller Glück und Gesundheit für alle Zwei- und Vierbeiner!!!

Nun aber zum Thema:

Welche Pferdedecke für mein Pferd?

Pferd Decke seitlich

Zum ersten mal richtig in Berührung mit der hohen Kunst des Pferdeeindeckens kam ich vor vielen Jahren. Ich wohnte damals in einer tollen Frauen-WG, das Leben lag vor uns, alles war schön (zumindest im Rückblick, da verdrängt man ja die eine oder andere Katastrophe ganz effektiv). Unser Zusammenleben war aber wirklich klasse, auch wenn sich eine von uns jedes Wochenende aus dem Staub machte, um zu Freund und Pferd nach Hause zu fahren. Unter der Woche war aber der Freund für das Pferd (und die richtige Pferdedecke) verantwortlich und da war ab Herbst bis in den Frühling hinein für uns andere häufig sehr lustig, dem abendlichen Telefonat beizuwohnen …

Ring …
Sie: „Hallo Schatz, wie ist das Wetter bei Euch? Regen? War das Pferd draußen? Hat die Decke dicht gehalten? Wie, das weißt du nicht?! Hast du nicht unter der Decke den Rücken befühlt?? Das ist doch ganz egal, dass du gerade erst nach Hause gekommen bist, das hättest du doch eben machen können!!! Und nimm die Ersatzdecke mit. Wie, welche?!? Na, die dünne/mitteldünne/etwas wattierte/ dicke/extradicke/superdicke Regendecke natürlich!! Nein, doch nicht die braune, herrjeee, die blaue mit rotem Rand natürlich. Wie, die ist noch nass von gestern?? Wieso, hast du die etwa nicht in den Heizungsraum zum Trocknen gehängt???? …….!!!!!!!“

Das diese Beziehung diverse Deckendramen überlebt hat, zeugt von einer wirklich tiefen Liebe!!! Und vielleicht habe ich das eine oder andere doch etwas überspitzt dargestellt…

Nun habe ich ja inzwischen selbst ein Pferd und es war geschoren, als ich es Anfang Februar kaufte. Die Decke, die es trug, durfte es nicht behalten, also war selbst mir klar, dass es wohl ein neues, eigenes Deckchen brauchen würde. Ich bin ja nun aber überhaupt kein Deckenexperte, da kennen sich andere viel besser aus (s.o.). Wir hatten früher für unsere Pferde höchsten eine Decke zum Transport und eine alte Wolldecke für nach dem Reiten, wenn die Pferde sehr geschwitzt hatten. Wie soll man sich aber bloß in diesem Dschungel aus Stall-, Regen-, Paddock-, Outdoor- und Winterdecken zurecht finden? Bei Tipps-zum-Pferd.de findet man eine gute Übersicht über die verschiedene Pferdedecken und ihre Anwendungsbereiche. Ich habe es mir allerdings ziemlich einfach gemacht und meine o.g. Freundin gefragt, wie ich mit möglichst wenig Decken möglichst viele Eventualitäten abdecken kann. Also z.B. Pferd nicht geschoren und draußen relativ  warm (wie bis vor kurzem), oder auch saukalt (wie jetzt), und das ganze dann noch mal, sollte das Pferd doch irgendwann geschoren sein… Ich war recht kleinlaut dabei, denn wir haben damals aus unseren Lästereinen über ihre Deckenanweisungen kein Hehl gemacht… Sie war aber zum Glück nicht nachtragend und hat mich umfassend informiert!

Diese Pferdedecke für mein Pferd!

Ich habe mich für das Kombisystem der Serie Amigo von Ireland Horseware entschieden. Die Amigo Oberdecke ist atmungsaktiv und regendicht (ist sie bislang tatsächlich) und es gibt sie ungefüttert bis stark gefüttert. Sie lässt sich mit wattierten Unterdecken in verschiedener Dicke kombinieren. Die Decken werden über Ösen miteinander verbunden und rutschen daher nicht auseinander. Man kann theoretisch auch ein Halsteil an den Ösen befestigen, aber soweit bin ich als Eindeck-Neuling noch nicht…

Pferd Decke von vorn

Ich habe allerdings inzwischen doch schon zwei Oberdecken von Amigo… Eine ganz ohne Fütterung, eine mit 100g Fütterung. Dazu habe ich eine 200g Unterdecke, ein so genanntes Padding. So kann ich theoretisch von 0 bis 300g eindecken…

Da es ja gerade ziemlich warm war und das Pferd nicht geschoren ist, trug er bislang nur die ungefütterte Überdecke. Seit es jetzt so eisig ist, habe ich auf die 100g-Decke gewechselt. Aber reicht das?!? Ich mache mir außerdem Gedanken, ob ich ihn nicht doch scheren sollte, weil er nach dem Reiten doch ziemlich verschwitzt ist und nur langsam abtrocknet (natürlich unter einer Abschwitzdecke, habe ich ganz vergessen zu erwähnen, ist ja aber auch selbstverständlich, oder?!?). Wenn er dann aber geschoren ist und es wird noch mal richtig kalt, reichen 300g wohl nicht. Dann müsste ich noch ein Padding mit 300g erwerben, um auf 400g zu kommen. Dann sind es ja doch schon 4 Pferdedecken… Und wen rufe ich an, sollte der Wetterumschwung und damit der Moment des dringlichen Umdeckens kommen, wenn ich grade ganz woanders bin????? Hilfe…..!!!!

Mein Vorsatz für das neue Jahr: Immer schön tolerant bleiben! Denn die Perspektiven können sich schlagartig ändern!

Liebe Grüße
Uta

3 Kommentare

  1. steffi.klinkhamels@live.de'
    Stefanie Klinkhamels sagt:

    Ja, Eindecken !!!!
    Es gibt tolle Decken, aber was hier so nett geschrieben ist , ist oft die Wahrheit….
    genau so geht es in vielen Ställen zu!
    Ich habe aufgehört einzudecken!
    Die beste Klimadecke ist das Fell und danach reite ich auch.
    Ich weiß, ist nicht für jeden möglich! :*)

    • Uta sagt:

      Hallo Stefanie,
      da hast du völlig recht. Ein Pferd ist kein Mensch. Nur weil ich im Winter friere und diverse Deckchen brauche…
      Liebe Grüße
      Uta

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