3-5-8 – Die Königin ist gemacht!

Zur Zeit bin ich glückliche Teilnehmerin eines Kurses zur Bienenhaltung, mit dem Ziel, im nächsten Jahr zwei Bienenvölker unter unsere riesige Linde zu stellen – alle Familienmitglieder und Nachbarn sind jetzt schon unglaublich begeistert… Fakt ist, dass dieser Kurs die letzten Jahre vergeblich auf allen Geburtstags- und Weihnachtswunschzetteln stand, nun habe ich ihn mir selbst geschenkt.

Biene

Sehr gerne würde ich nun jeden Dienstag Abend direkt nach dem Kurs all diese wunderbaren Bienen-Details für euch niederschreiben, aber vermutlich teilen nicht alle meine Faszination für diese Insekten. Daher heute nur ein paar alltagstaugliche Tipps:

Bienenstich?

Bienenvölker werden im Allgemeinen auf Sanftheit gezüchtet – auch der Imker liebt das Bienengift nicht und möchte entspannt an der Beute (=dem Bienenstock, ein bisschen angeben muss sein) arbeiten. Daher stechen die Bienen eigentlich nur, wenn sie sich bedroht fühlen.

Wenn eine Biene sticht, bleibt der gesamte Giftapparat in unserer Haut stecken und pumpt selbständig weiter Gift in das Gewebe. Deswegen muss der Stachel schnellstmöglich und ohne Druck auf den Giftapparat entfernt werden. Einfach schnell mit dem Fingernagel abkratzen oder mit einer EC-Karte wegschieben! Ob man dann eine Zwiebel, einen Eiswürfel oder ein Salbe draufschmiert, ist Geschmackssache.

Bei einem Wespenstich bleibt der Stachel übrigens nicht in der Haut stecken, so kann man die Stiche gut unterscheiden! Die Wespe stirbt auch nicht durch den Stich, anders als die Biene.

BieneBienen niemals anpusten!

Manchmal krabbelt ja doch eine Biene an unerwünschten Orten. In der Vergangenheit habe ich mir dann immer gedacht, dass Wegpusten eine sanfte Methode sei. Pustekuchen! In unserer Aus-Atemluft ist eine erhöhte Konzentration von Kohlendioxid. Die Menge des Kohlendioxids ist proportional zu unser Größe: wenn eine Maus ausatmet, trifft die Biene also deutlich weniger Kohlendioxid, als wenn ein Mensch pustet. Eine Biene schaltet bei der Kohlendioxid-Konzentration unserer Atemluft sofort auf Angriff, weil sie einen großen Feind vermutet. Dadurch steigt für uns die Gefahr gestochen zu werden erheblich. Auch Wespen sollen dieses Verhalten zeigen!

Honigsüße Grüße!
Julia

P.S. Hier noch die Auflösung der Überschrift für Detail-Interessierte: Die Königin legt befruchtete und unbefruchtete Eier. Aus den unbefruchteten Eiern werden Drohnen, aus befruchteten Eiern Königinnen und Arbeitsbienen. Die Larven von Königinnen und Arbeitsbienen schlüpfen also aus den gleichen Eiern und zwar bereits nach drei Tagen. Allerdings unterscheiden sich dann die Aufzuchtbedingungen: die ersten drei Tage werden alle geschlüpften Larven mit Gelee Royal gefüttert. Anschließend werden nur die Königinnenlarven noch 5 weitere Tage mit dieser angeblichen Köstlichkeit, die sich entwickelnden Arbeitsbienen 6 Tage mit Pollen und Nektar versorgt. Danach wird die Wabe für die Verpuppung und Reifung verschlossen – für 8 Tage bei einer Königin und für 12 Tage für eine Arbeiterin. 3-5-8 bedeutet also die Tage im Ei-, Larven- und verdeckelten Stadium im Leben einer zukünftigen Königin.

Da es in jedem Bienenstock ja immer nur eine Königin gibt, muss diese also in der Lage sein, befruchtete und unbefruchtete Eier zu legen. Und genau wissen, wann und wo welche Eier gelegt werden sollen. Und das, obwohl sie nur einen einzigen Hochzeitsflug macht. Sie speichert also 5-7 Millionen Spermien, die bis zu ihrem Lebensende reichen. Und, und, und….

3 Kommentare

  1. fantastischmail@gmail.com'
    fantas-tisch sagt:

    Und ob mich das interessiert… bedeutet das Honig für Familie W. und besonders liebe Freunde? 🙂
    Wahrscheinlich müsstest du dann noch einen kleinen Imker-Kurs aufsatteln.
    Du merkst, ich glänze hier mit Unwissenheit.

    Viel Spaß jedenfalls bei der Bienen-Fortbildung
    wünscht dir deine Anke

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