Der Floh im Hühnerstall

Ich hatte schon länger die Befürchtung, dass unsere Hühner von irgendetwas Juckendem geplagt würden. Sie haben sich viel geputzt und es sah manchmal so aus, als würden sie auch etwas im Gefieder der anderen suchen. Eine kleine Delikatesse, sozusagen. Dann werden die Hühner plötzlich zu sehr sozialen Wesen. Ansonsten sind sie ja doch eher streng hierarchisch organisiert. Schön von oben nach unten hacken. Die letzte muss dann schnell sein…

Es sah also manchmal so aus, als würden sie sich gegenseitig lausen. Milbenbefall konnte ich im Stall und an den Hühnern nicht feststellen und so war ich weiter tatenratlos, bis ich folgende Entdeckung machte:

Wir hatten ja zwei Glucken in diesem Frühling. Erst fing eine an und bekam auch ein paar gekennzeichnete Eier zum Ausbrüten untergeschoben. Nach etwas anderthalb Wochen saßen sie zu zweit, stellenweise sogar zu dritt auf dem Nest. Ich musste die Damen täglich vom Nest heben, denn eine weitere Henne legte beinahe täglich noch ein Ei dazu, das ich dann herausholte. Irgendwann muss ein markiertes Ei kaputt gegangen sein, was ich aber nicht bemerkte, weil die Gesamtzahl der Eier stimmte. Als mir auffiel, dass da ein ungekennzeichnetes Ei zwischen den anderen lag, war es irgendwie zu spät, dieses Ei noch aus aus der Bebrütung zu nehmen. Daher durfte die zweite Glucke dieses Ei noch zu Ende ausbrüten, nachdem die anderen Küken schon geschlüpft waren. Und das war ein guter Entschluss, denn es enthielt ein ganz zauberhaftes (wenn auch schlecht zu fotografierendes) Küken:

Henne mit Küken

Zumindest war also das Nest für etwa 5 Wochen in Dauerbetrieb. Und wurde schön kuschelig warm gehalten. Als dann alle Küken geschlüpft waren, machte ich mich daran, das Heunest auszuwechseln. Und das war so eklig, dass ich leider keinen Gedanken daran verschwendet habe, es zu fotografieren, sondern es sofort verbrannt habe. Es wimmelte in dem Heu nämlich nur so von kleinen, dunkelbraunen Insekten. Es juckt mich jetzt noch, wenn ich daran denke. Es waren Flöhe. Entweder tatsächlich Hühnerflöhe oder Katzenflöhe. Hühnerflöhen fehlt wohl irgendeine Zacke am Kopf, vielleicht verzeiht Ihr mir, dass ich das nicht überprüft habe, bevor alles in Flammen aufging. Es könnten auch Katzenflöhe gewesen sein, denn unsere Katzen haben sich letzten Winter sehr gerne und lange im Hühnerstall aufgehalten, da dort Mäuse unter den Bodenplatten eingezogen waren. Und unsere Katzen werden eher bedarfsorientiert entfloht, das kann schon mal einer eingeschleppt werden. Da Flöhe es ja aber bei ihren Wirten nicht so genau nehmen, brauche ich es jetzt auch mit den Flöhen nicht so genau zu nehmen. Beide Arten können Katzen, Hühner, Hunde und auch uns Menschen befallen, das Wissen reicht.

Preisfrage: Wie viele Eier befinden sich in diesem Nest???

Ei im Nest

Nun haben wir die Nester in einer Art Regal untergebracht. Flöhe legen ihre Eier, wie alle wissen, nicht nur ins Nest, sondern in jede Ritze. Normalerweise stäube ich den Stall und seine Möbel jedesmal, wenn ich ihn saubermache, mit Kieselgur aus. Dieser Silikatstaub soll sich in die Atemöffnungen ALLER Insekten setzen, so dass sie ersticken. Julia hat mal von der gleichen Wirkung des Staubbads berichtet. Offensichtlich war dieser biologische Angriff auf die Insektenpopulation in unserem Hühnerhaus wohl nicht effektiv genug. Und dann steht man wieder vor diesem Dilemma. Gerne möchte ich alles möglichst natürlich haben, möglichst biologisch und ökologisch korrekt und wenn es geht auch noch dynamisch dazu. Dynamisch war aber in unserem Hühnerstall nur die exponentielle Wachstumskurve der Flohpopulation. Daher griff ich zum Gift. Zumindest das Nestregal habe ich mit Ardap ausgesprüht, bevor ich es wieder mit Heu dick belegt habe. Ich finde es überhaupt nicht gut, Insektizide in die Gegend zu sprühen, aber ich wollte auch nicht den ganzen Stall anzünden. Und weiterhin Flöhe züchten wollte ich erst recht nicht. Findet Ihr das ok?

Ambivalente Gefühle: Reicht bio oder brauchen wir die chemische Keule?

Insektenvernichtungsmittel

Herzliche Grüße von der biologisch-dynamischen Giftmischerin
Uta

Achtung: Ardap enthält Permethrin als Wirkstoff! Bei Kontakt mit Permethrin fallen Katzen um wie die Fliegen Flöhe! Daher Katzen bei der Anwendung unbedingt fernhalten!!!

5 Kommentare

  1. ueberraschungspakethund@googlemail.com'
    Isabella sagt:

    Ich muss zugeben, in so einem Fall hätte ich wohl auch zur chemischen Keule gegriffen – denn lieber einmal intensiv bekämpfen als dauernd zu zartfühlend 🙂
    Was die Preisfrage mit den Eiern im Nest angeht wäre ja augenscheinlich die Antwort EINS … aber ich tippe mal auf drei (einfach aus dem Bauch heraus)!

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Damon und Cara

  2. susi1201@gmail.com'
    Susi sagt:

    Mit Flöhen hatten wir bisher nie Probleme und ich hoffe es wird so bleiben.
    Wenn ich im Hühnerstall einige Milben sehe bekämpfe ich diese direkt mit AniForte von Amazon.

  3. huehnerstallselberbauen@gmail.com'
    Tom Baum sagt:

    Hi Julia & Uta,
    bin gerade zufällig über euren Artikel gestoßen, gut zu Wissen das Flöhe ein Problem werden können. Denn ich habe erst seit einigen Wochen drei Hühner, hab mir gerade ein solches Mittel dagegen bestellt. Wie viele Hühner habt ihr denn?

    • Uta sagt:

      Hallo Tom,
      wir haben z.Zt. 5 Hennen und einen Hahn. Das sind eigentlich zu wenig Hennen, man sollte schon 10 haben, wenn man einen Hahn dabei hat… Ist schonender für die Damen!

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