Flöhe bei Hund und Katze – Teil 1

Vor lauter Frühlingsgefühlen fallen mir derzeit kaum Hunde- und Katzen-Themen für den Blog ein, während ich eigentlich täglich über Vogelküken, Kaulquappen und Co berichten könnte. Da „unsere Hunde-Leser“ aber besonders treu und vielzählig sind, suchte ich inzwischen leicht verzweifelt nach einem Hunde-Thema und fand FLÖHE!

Zum Glück hat dieser Hund keine Flöhe

Goofy ist einfach nur süss und hat KEINE FLÖHE!

Eigentlich ja ein abgegriffenes Thema, dachte ich, aber nach einem Floh-reichen Nachmittag in einer Tierarztpraxis und einem Morgen-Schwätzchen mit einer befreundeten Mutter stellte ich fest, dass zwar jeder seine eigene (häufig sehr individuelle) Bekämpfungsstrategie entwickelt hat, aber manchmal ein bisschen Hintergrundwissen fehlt. Und die Bekämpfungsstrategie gerade deswegen nicht ganz so gut klappt….

Deswegen heute hier ein kleiner Exkurs in die Parasitologie:

Entwicklungszyklus von Flöhen

  • Erwachsene Flöhe brauchen regelmäßig Blut, um leben zu können. Sie stechen den Wirt so oft hintereinander, bis sie eine Kapillare (winziges, für uns nicht sichtbares Blutgefäß) getroffen haben. Deswegen erkennt man einen Flohbefall bei uns „Fell-losen“ Menschen auch an den so genannten Flohstraßen.
  • Etwa 48 Stunden nach seiner ersten Blutmahlzeit beginnt ein Floh mit der Eiblage. Und legt dann drei Monate lang ohne Unterbrechung jeden Tag durchschnittlich 25 Eier. Das macht 2250 neue Flöhe pro Flohweibchen!
  • Die Eier der Flöhe sind zwar von außen klebrig, dennoch fallen etwa 70% der Eier in den ersten 8 Stunden aus dem Fell des Tieres und verteilen sich in der gesamten Umgebung.
  • Aus dem Ei schlüpft je nach Umweltbedingung innerhalb der nächsten 4-14 Tage eine Larve.
  • Insgesamt gibt es bei der Floh-Entwickling drei verschiedene Larvenstadien. Die Larven ernähren sich von organischen Zellabfällen (Hautschuppen, Milben) und unverdauten Blutresten, die sie aus dem Kot erwachsener Flöhe aufnehmen können. Und ja, den findet man dann nicht nur im Fell sondern überall in der Wohnung….
  • Von der 3. Larve, der so genannten Puppe, wird ein Kokon gesponnen. In diesem Kokon, der ebenfalls von außen leicht klebrig ist und an den sich Staub+Co anlagern und der deshalb nicht als Puppe zu erkennen ist, findet die Entwicklung zum adulten, erwachsenen Floh statt. Diese Entwicklung dauert wieder zwischen 4 und 14 Tagen – KANN ABER AUCH MONATE DAUERN! Der Schlupfzeitpunkt wird durch Temperatur, Luftdruck und Kohlendioxid-Konzentration in der Umgebung bestimmt. Und meiner Meinung nach auch durch Lust und Laune der Puppen, denn man wundert sich immer wieder, wo plötzlich die Flöhe herkommen…..

Häufiges Staubsaugen bei Flohbefall? Ja, aber:

Die Larve ist im Puppenstadium ziemlich geschützt. Sie überlebt in Ritzen im Holzfußboden und Sofas, sie liebt dicke Teppiche und auch wenn sie vom Staubsauger aufgesaugt wird, entwickelt sie sich im Beutel munter weiter. Es gibt deswegen Staubsaugerbeutel, die mit Antiparasitika ausgestattet sind. Ob das wirklich notwendig ist, möchte ich nicht beurteilen, aber zumindest sollte man bei offensichtlichem Flohbefall den Staubsaugerbeutel ständig wechseln und in einer fest verschlossenen Plastiktüte entsorgen (oder ins Lagerfeuer schmeißen). Sonst häufiges Staubsaugen schnell kontraproduktiv!

Nächste Woche gibt es Teil 2 zum Thema Flöhe: Wie genau wirken die einzelnen Mittel gegen Flöhe? Und da ich selber keinerlei Erfahrung mit Homöopathika und Hausmitteln bei der Flohbekämpfung habe, freue ich mich über Tipps und Tricks von euch!

Bis dahin liebe Grüße,
Julia

P.S. Welche Folgen ein Flohbefall für Hunde (und auch Katzen) haben kann, haben wir bereits in einem Gastartikel mal genauer beschrieben → KLICK!

 

5 Kommentare

  1. gist47@yahoo.de'
    Herr Bohne und Frauchen sagt:

    Ich hatte noch keine und das Mariechen auch nicht, obwohl jede zweite Woche im Kindergarten ein Schild hängt, dass sie da zum Spielen unterwegs sind. Bei euren oben genannten Zahlen müssen wir uns direkt ein wenig schütteln.

    • Julia sagt:

      Lieber Herr Bohne,
      habt ihr echt Flöhe im Kindergarten? Oder Läuse? Falls es sich um Läuse handelt kann ich Dich beruhigen, die bleiben beim Mariechen und mögen kein Bohne-Blut!!!
      LG, Julia

  2. gist47@yahoo.de'
    Herr Bohne sagt:

    Sandflöhe – die spielen zum Glück nur im Außenbereich – wir mögen sie dennoch nicht 😉 Und Läuse dürfen auch gern woanders spielen gehen …

  3. pigely@t-online.de'
    Christiane sagt:

    Leidiges Thema – auch bei uns immer wieder aktuell. Ich habe ein schlechtes Gewissen, wenn ich die Miezen mit Frontline und Co. vergifte. Aber ich mag mein Bett wohl mit Katzen aber nicht mit Flöhen teilen.
    LG Christiane
    die auch sehr interessiert wäre an Alternativen zu den spot ons.

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