Flugpatenschaften für Hunde

Eigentlich hatte ich eine komplette Woche ohne Familie, Blog, Arbeit, Haushalt und Tiere auf den sonnigen Kanaren geplant. Bis zum letzten Tag hat das außer ein paar Ziegen, einem Esel und vielen Gelbschnabelsturmtauchern (die zwar aussehen wie Möwen, allerdings mit Albatrossen verwandt sind und nachts lustige Töne von sich geben) auch gut geklappt. Am Abreisetag stellte sich dann allerdings heraus, dass eine Frau aus meiner Yoga-Reisegruppe sich bereit erklärt hatte, als Flugpatin zwei Hunde von Teneriffa nach Hamburg zu überführen. Und so bot sich am Flughafen folgendes Bild:

Hunde: Transport im Flugzeug

Zu Thema Import von Hunden aus Süd- und Osteuropa gibt es ja sehr unterschiedliche Meinungen. Nicht mal Uta und ich sind uns da so ganz einig. Viele Gegner führen Themen wie Import von Krankheiten, Geldmacherei durch Zucht von niedlichen Welpen anstatt Kastration vor Ort oder Vernachlässigung der Hunde in deutschen Tierheimen als Gegenargumente ins Feld. Mein ehemaliger Chef hat das hier mal ganz gut zusammengefasst (muss man sich leider noch einmal weiter klicken und dann noch vergrößern).

Importierte Hund aus TeneriffaNach dem ersten Blick in die Transportkörbe war mir jedoch vollkommen klar, dass diese beiden Hunde unbedingt nach Deutschland importiert werden sollten und am besten direkt in unser Haus!

Soll dieser Hund von Teneriffa nach Deutschland gebracht werden?In diesem Fall wurde die Flugpatenschaft von der aktiontier – Menschen für Tiere e.V. organisiert und mein Eindruck vom Ablauf war sehr gut. Die Flugpatin hatte nur ihre Reisedaten angegeben und wie vereinbart stand ein Freiwilliger mit den Hunden und perfekt ausgefüllten Heimtierausweisen am Check-In. Er hat die gesamte Kommunikation mit der Fluggesellschaft organisiert und die Patin mit den Hunden bis hinter die Sicherheitskontrollen begleitet. In Hamburg wurden die Tiere sofort nach der Kofferausgabe von einem Tierpfleger in Empfang genommen. Also perfekt organisiert!

Was mich ein bisschen gestört hat, war die Sedierung der Hunde mit einem Beruhigungsmittel. Eigentlich sagt man, dass es für die Tiere besser ist, wenn sie die Situation von Anfang an bei vollem Bewusstsein erleben und nicht erst irgendwann im Frachtraum wieder klar im Kopf werden. Auch herrscht in einem Flugzeug immer ein deutlich niedrigerer Luftdruck, denn wir zwar normalerweise nicht bemerken, aber der unvorhergesehene Auswirkungen auf Medikamente im Körper haben kann. Alkohol wirkt im Flugzeug ja auch viel schneller. Außerdem schränken Beruhigungsmittel die Fähigkeit zur Temperaturregulierung ein. Bei und nach Operationen werden Tiere (und auch Menschen) gewärmt, damit die Körpertemperatur nicht absinkt. Und ob die Temperatur im Frachtraum immer so ganz optimal gewählt wird, wage ich zu bezweifeln. Beide Hunde haben jedenfalls ordentlich gezittert, als sie am Sperrgepäck ankamen. Aber das kann natürlich auch an der Aufregung oder dem Hamburger Schietwetter gelegen haben…

Dieser Beitrag eignet sich perfekt, um Themen wie Leishmaniose und andere Krankheiten oder den Heimtierausweis zu vertiefen. Da ich aber vor langer Zeit mal über das Thema „Rechtliche Grundlagen, Verfahren und Belastungsfaktoren beim Lufttransport von Haus- und Nutztieren“ promoviert habe, gibt es heute ein paar Tipps zum Transport von Hunden mit dem Flugzeug!
Und alle Tipps und Fakten werden ab sofort nicht nur in die Rubrik Tiermedizin verlinkt, sondern zusätzlich auf so einem schicken kleinen Zettel zusammengefasst! Ein neues Feature bei Tiergezwitscher!

13 Tipps für Flug mit Hund

Checkliste für Flugreisen mit HundAbgesehen von diesem Hunde-Import-Flug war die Woche eigentlich doch nicht so tier-frei: ich habe ziemlich viel Zeit im herabschauenden Hund* verbracht!

OM!
Julia

*Standard-Yoga-Übung

2 Kommentare

  1. ueberraschungspakethund@googlemail.com'
    Isabella sagt:

    Wir haben uns vor vielen Jahren gegen Flugreisen mit Hund entschieden, allerdings ist da wohl auch mehr schiefgelaufen als heute. Aber nachdem eine Bekannte mit Ihren zwei Hunden bei einer Reise nach Amerika (für mehrere Monate) am Flughafen nur einen Hund in Empfang nehmen konnte und der zweite noch auf dem Flugplatz des Umsteigens war und es dann noch fast 24 Stunden dauerte auch den zweiten Hund zu bekommen … haben wir uns so entschieden.
    Aber eure neuen kleinen Zettel finde ich toll … und die Tipps auch.

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Damon und Cara

Schreibe einen Kommentar