Kann man Hühner erziehen oder welchen Einfluss haben Serien auf das Leben mit Tieren?

Wir haben derzeit Hühner aus drei verschiedenen „Chargen“. Eine alte Oma, dann zwei Junghennen von etwa 28 Wochen und noch drei Hennen, die 22 Wochen alt sind. Über die Eierproduktion kann ich nicht meckern, aber die Stimmung im Hühnerstall ist die Hölle.

Drei Hühner laufen über die Wiese

Bereits nach der ersten gemeinsamen Nacht im dunklen Hühnerstall hatten sich zwei Lager gebildet: Alt und älter gegen jung. 3 gegen 3. Das ist ja eigentlich ganz ausgeglichen, dachte ich, aber eine der 28 Wochen alten Henne ist eine Tyrannin. Sie sieht ein bisschen aus wie ein Hahn und benimmt sich noch schlimmer. Die kleinen Hennen dürfen weder ans Futter, nur heimlich ans Wasser und wenn ich Grünfutter oder mal ein bisschen Leckereien wie Käse bringe, werden sie fast getötet. Die ganze Zeit rennt sie wie eine Furie durchs Gehege, macht merkwürdige Laute und verbreitet Angst und Schrecken.

Das habe ich mir ein paar Tage angeguckt und als die kleinen Hühner immer zerrupfter wurden, konnte ich es nicht mehr ertragen. Und vermutlich weil ich den Winter über intensiv die Frauen-Gefängnis-Serie „Orange is the new black“ geguckt habe, viel mir nichts besseres ein als: EINZELHAFT.

Ein Huhn alleine in einer Transportbox

Eines Abends habe ich sie mir von der Stange geholt und in die Katzen-Transportkiste gesperrt. Die Nacht war ok aber am nächsten morgen ging der Alarm in der Kiste los. Wir haben versucht, sie mit Leckereien bei Laune zu halten, ihr stündlich Wasser gereicht (das sonst durch die Gegend flog) und obwohl es schwer zu ertragen war, haben wir sie die ganze Zeit vor der Küchentür stehen lassen, wo wir sie permanent im Blick hatten. Irgendwie dachte ich, ich muss zumindest auch ein bisschen leiden, wenn ich ihr schon diese Enge und Einsamkeit zumute. Im Hühnerstall herrschte währenddessen vollkommene Harmonie zwischen allen 5 Hühnern.

Lira2

Nachmittags setzte sie sich plötzlich mal ruhig in die Ecke und unser kleiner Sohn sagte erleichtert: „Jetzt denkt sie sicher über den Unfug nach, den sie immer macht. Das ist wie bei Michel im Tischlerschuppen.“ Und da fiel es mir wie Schuppen von den Augen, dass diese Theorie von Einzelhaft auch bei mir schon viel früher angelegt worden war.

Huhn auf Wiese

Und was soll ich sagen, es hat ein bisschen was gebracht für die Stimmung im Stall. Vielleicht bilde ich mir das aber auch nur ein, denn was soll ich sonst mit dieser Henne machen? Braten? Groß ist sie ja immerhin…

Ich bin dankbar für Tipps!
Julia

4 Kommentare

  1. newspinscher@gmail.com'
    Andrea sagt:

    Hm, wer sich nicht benimmt, fliegt raus… 😉

    Die Harmonie der restlichen 5 wäre mir wichtiger. Ob nun der Bräter oder die Suche nach jemandem, der ein Kamikazehuhn möchte – vielleicht wäre da der örtliche Geflügelzüchterverein der richtige Ansprechpartner…

    LG Andrea und Linda

  2. ueberraschungspakethund@googlemail.com'
    Isabella sagt:

    Ich wünsche Dir, dass die Auszeit hilft … aber ob sie eine Dauerlösung ist, kann ich Dir leider nicht sagen. Aber ich würde da auch sehr in die Richtung von Andrea tendieren … lieber ein Huhn weniger und dafür Ruhe im Stall. Möglichkeiten gibt es ja mehrere.

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Damon und Cara

  3. einfachsocke@gmail.com'
    Socke-nHalterin sagt:

    Ich sehe es wie Andrea, wenn einer Unruhe stiftet, dann sollte er gehen, auch zu seinem eigenen Wohl. Ich glaube auch nicht, dass die zeitweise Einzelhaft und Trennung hilft. Vielleicht zickt sie dann noch mehr, weil sie es gar nicht versteht. Nie hätte ich gedacht, dass es so etwas bei Hühnern auch gibt….

    Bei Socke war es aber auch anders, sie war das Opfer und musste gehen. Es ist wahrscheinlich am Besten im Einzelfall zu entscheiden ….

    Viele nachdenkliche Grüße
    Sabine mit Socke

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