Tetanus beim Pferd – Richtig impfen

Tetanus Pferd Weide

Tetanusimpfung beim Pferd? Logo!

Gähn, alter Zopf, jaja, Pferde sind total empfindlich gegen Tetanus, daher weiß ja jedes Kind Pferdemädchen, dass Pferde einen Impfschutz haben sollten. Lernt man schon beim Basispass. Und wenn Pferdemädchen Tiermedizin studieren, dann lernen sie es noch mal. Und wenn sie dann endlich ein eigenes Pferd besitzen, denken sie bei der ersten Rundumversorgung nicht nur an hübsche Schabracken und farblich passende Halfter mit Strick, sondern auch an das ordnungsgemäße Impfen des neuen Schützlings. Und wenn das Pferd noch völlig ungeimpft ist, wird auch brav nach vier Wochen nachgeimpft, um die Grundimmunisierung zu gewährleisten. Dass die Grundimmunisierung bei Tetanus allerdings erst nach der dritten Impfung, die nach einem Jahr fällig wird, vollständig abgeschlossen ist, kann man dann im Eifer des Gefechts auch schon mal vergessen…

Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass ich im Ohr hatte, das Wiederholungsintervall für Tetanus kann inzwischen auf zwei Jahre verlängert werden. Das stimmt ja auch, allerdings erst NACH vollendeter Grundimmunisierung. Und dazu muss die dritte Impfung eben bereits nach EINEM Jahr erfolgen. Hüstel…. Und dann ist es ja wie immer: Kaum war mir der Fehler aufgefallen und ich hatte für die Impfung gesorgt, da flatterte mir eine Fachzeitschrift ins Haus, darin ein kurzer  Artikel mit dem Titel: „Stellungnahme zur Immunisierung von Pferden mit Tetanus-Impfstoffen.“ Vom Arbeitskreis Pferde der ständigen Impfkommission. Also quasi vom Papst. Von denen wird auch die Impfleitlinie Pferd herausgegeben.

Pferd näher auf Weide Tetanus

Was sagen die Experten?

Was steht drin? Genau: NUR bei Pferden, die eine ordnungsgemäße Grundimmunisierung erhalten haben, ist von einem ausreichend hohen und damit schützenden Antikörperspiegel auszugehen. Bei allen anderen sollte man lieber per Blutuntersuchung den Antikörperspiegel überprüfen, bevor man das Intervall für alle Auffrischimpfungen auf zwei oder mehr Jahre verlängert. Dazu gibt es ELISA-Testverfahren, die sehr genau sind und für die eine Blutprobe eingeschickt werden muss. Dann gibt es auch einen Schnelltest, der direkt im Stall durchgeführt werden kann. Ist das Ergebnis positiv, bedeutet dass, der Antikörperspiegel ist hoch genug. Ist das Ergebnis negativ, kann der Antikörperspiegel trotzdem hoch genug sein, nur der Test zeigt es nicht an. Der Schnelltest kann also mal falsch negativ sein, was ich in diesem Fall deutlich besser finde als falsch positiv. Man kann ja immer noch eine Blutprobe einsenden, um Gewissheit zu haben.

Noch besser finde ich, man denkt von vornherein an die Fristen zum Nachimpfen… Und das gilt natürlich nicht nur für Pferde, sondern auch für Hund, Katze, Kaninchen, Kinder, Männer und uns selbst. DENN WANN WAR EURE LETZTE TETANUS-IMPFUNG???

Pferd läuft auf Weide Tetanusgefahr

Tetanusimpfung bei Fohlen

Fohlen sollten übrigens erst mit einem halben Jahr gegen Tetanus geimpft werden, zumindest dann, wenn die Mutter ordnungsgemäß geimpft wurde. Dies Fohlen haben noch Antikörper der Stute im Blut, die sie über die Kolostralmilch aufgenommen haben, und diese Antikörper stören die Immunantwort nach dem Impfen. Seltsamerweise bilden solche zu früh geimpften Fohlen auch später häufig keinen hohen und damit sicher schützenden Antikörperspiegel aus. Wer versteht schon das Immunsystem…

Jetzt suche ich erstmal meinen Impfpass…

Liebe Grüße
Uta

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