Unser Hund – Das steckt drin! Teil 2

Letztes Mal habe ich Euch unseren Hund vorgestellt. Ihr durftet alle mal raten, ob er wohl ein Rassehund ist oder ein Mischling. Heute löse ich das Rätsel auf.
So sah Figo übrigens als Kleinhund aus (hatte etwas vom Wolf, finde ich):

Figo als Hundbaby

Und so als pubertierender Junghund:

Figo 4 Monate

Das war so die Zeit, als ich nicht sicher war, ob sich das alles noch proportionsgerecht zu einem stattlichen Hund zurecht wachsen würde und mein Mann manchmal erst den Hund und dann mich so komisch ansah.

Hund 4 Monate sitzend

Dabei ist es mit Hunden doch wie mit anderen Heranwachsenden: Jeder hat mal eine Zeit, wo die Nase viel zu groß ist und auch sonst alles nicht so recht zusammenpasst. (Manche Nasen bleiben allerdings zeitlebens zu groß, denke ich jeden Morgen). Und irgendwann kommt dann wieder so eine Zeit, in der unsere Ohren zu groß sind und die Bäuche meistens auch, dafür werden die Beine immer dünner und… egal, davon sind wir ja noch alle viele Jahre entfernt…). Außerdem geht es ja hier um Hunde.

Jetzt stelle euch erstmal Figos Eltern vor:

Hundeeltern

Das sieht man schon, nach wem er kommt, nicht wahr? Muttis Liebling! Man sieht auch, dass er wohl nicht reinrassig ist (also kein Harzer Fuchs, obwohl er große Ähnlichkeit hat). Denn Mutti ist eine Eurasierhündin (daher das Spitz-mäßige, das viele von Euch gesehen haben und die dunklen Flecken auf der Zunge) und Papa ist in der Tat ein Schäferhund-Collie-Mischling, allerdings Border Collie statt Lassie-Collie!

Illegaler Welpenhandel?!?

Beide Eltern leben in großer Freiheit auf einem tollen Pferdehof und konnten auch begutachtet werden, als wir uns den Welpen angesehen haben. Wir haben Figo über eine Anzeige im Internet gefunden, obwohl ich eigentlich nie einen Hund über eine „anonyme Quelle“ wie das Internet oder die Zeitung suchen wollte. Zu groß war meine Sorge, einen so genannten „Wühltischwelpen“ präsentiert zu bekommen. Leider ist die Hundewelpen-Mafia aktiv wie nie zuvor. Viele Welpen werden unter katastrophalen Bedingungen „produziert“ – häufig im Ausland, aber auch bei uns. Oft werden sie viel zu früh von der Mutter getrennt. Im Ausland geborene Welpen werden dann meist illegal, d.h. ohne gültigen Heimtierausweis (und damit ohne gültige Tollwutimpfung und Chip) nach Deutschland gebracht und hier in erbärmlichem Gesundheitszustand „verramscht“. Oft merken die neuen Besitzer erst nach einigen Tagen, wie schlecht es um ihren neuen Vierbeiner bestellt ist. Manchmal merken sie es auch erst viel später, wenn sich die mangelnde Sozialisierung durch Geschwister und Mutter bemerkbar macht. Manche merken es auch nie, aber das ist auch nicht besser, denn so kaufen immer noch viel zu viele Leute billig Rassehund oder Mischlinge ein und befeuern so das Geschäft. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie grausig die Elterntiere gehalten werden. Hier gibt es einige Informationen zum Thema.

„Geprüfter“ Mischling oder Hund aus VDH-Zucht

Wir wollten aber gerne einen Mischling, also mussten wir irgendwie einen finden, der nicht vom Wühltisch stammt. Ich hatte gedacht, dass wir wohl irgendwann von einem Wurf hören würden, aber nichts da. „Unfälle“ passieren wohl nicht mehr so oft. Bei einem Rassehund hätte  ich einen Hund aus anerkannter VDH-Zucht genommen in der Hoffnung, dass geprüfte Gesundheit und Charakter der Eltern sich dann auch auch unseren Hund übertragen hätten. Aber wir wollten ja gerne einen Mischling.

Ich hatte also Sorge, auf einen skrupellosen Hundehändler zu treffen. Ich war mir auch nicht sicher, ob ich standhaft genug sein würde und KEINEN Welpen mitnehmen würde, wenn ich sehen würde, dass er aus schlechter Haltung käme. Aber nur, wenn man diese Welpen aus Mitleid eben NICHT kauft, wird dieser Handel irgendwann verschwinden. Also war es mir wichtig, beide Elterntiere anschauen zu können und auch den Familienanschluss der Welpen an die Züchter überprüfen zu können. Und da war zum Glück in unserem Fall alles super!

Vererbung oder Zufall?

Jede Eventualität kann man dann aber doch nicht ausschließen, manchmal schlägt die Vererbung so ihre Kapriolen. Beide Eltern laufen ohne Zaun auf diesem Hof mitten im Wald herum und denken gar nicht daran, jagen zu gehen. Bei einem „Welpentreffen“ anlässlich ihres ersten Geburtstages stellte sich heraus, dass eigentlich ALLE Kinder mehr oder weniger Jagdtrieb zeigen. Minus mal minus ergibt dann wohl plus….

Alle Charaktereigenschaften kann man also bei einem Mischling nicht ableiten, auch wenn man seine Eltern kennt. Das Gen-Puzzle ergibt mitunter völlig neue Eigenschaften. Dennoch ist es aus verschiedenen Gründen sinnvoll, wenn man über die  Herkunft seines Mischlings Bescheid weiß. Besonders bei Auslandshunden ist die Abstammung ja oft eine Blackbox. Leswauz hat neulich einen Gentest von Feragen verlost, mit dem die Rassen der Eltern ermittelt werden können. Wer sich dafür interessiert, liest hier.

Gene hin oder her, wir haben einen tollen Hund und sind sehr glücklich mit ihm!

Figo Portrait

Euch eine schöne Woche
Uta

5 Kommentare

  1. su-privat@gmx.de'
    Susanne Breckel sagt:

    Freu mich riesig für euch! Habe auch so einen Familienunfall Zuhause und auch wir sind durch die gleichen Überlegungen gegangen wie ihr.
    Langsam macht sich wirklich das Gefühl breit, dass die Hündchen für unseren „Tierschutz“ gezüchtet werden, dabei gibt es bei uns genügend unglückliche Fellnasen.
    Wünsche euch noch viele glückliche Jahre mit Figo! LG Susanne mit Nine

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