Warum man seine Katze entwurmen sollte


Wer gut etwas  Ekeliges aushalten kann (oder sogar eine gewisse Faszination verspürt, wenn es um eigentlich eher abstoßende Dinge geht), der ist hier richtig. Alle anderen wechseln jetzt besser die Seite. Ich war nämlich neulich zu Besuch bei einer Freundin. Das war noch nicht besonders eklig, aber dann machten wir in der Garage einen grausigen Fund. Ich habe ihn nur mit meinem Handy fotografiert und das ist vielleicht auch gut so, dann sind die Details nicht so gestochen scharf. Denn auf die Details kommt es an.

Tatsache ist, dass eine ihrer Katzen in die Garage gekotzt hat. Das kommt vor und man ist ja schon mal froh, dass sie sich nicht die Küche (oder den Küchentisch oder das Schneidebrett auf dem Küchentisch) oder das Kinderzimmer (oder das Kinderbett im Kinderzimmer oder den Schmusehasen im Kinderbett im Kinderzimmer) dafür ausgesucht hat. Auch daran, dass eine Katze mal kotzt, kann der Tierfreund nichts ekelig finden, vielleicht wollte sie nur ihren Verdauungstrakt von Haaren reinigen. Diese Katze wollte ihren Verdauungstrakt allerdings von etwas anderem reinigen…

Erbrochenes Katze mit Bandwurm

Irgendwie war das schon ziemlich widerlich, aber auch spannend. Der Wurm hat sich aber nicht mehr bewegt, daher passierte auch nicht mehr viel. Es kam auch kein Hund vorbei, um sauber zu machen (Ihhhhh, aber kann ja passieren, würg…). Wir konnten also in aller Ruhe den Wurm begutachten und ich konnte meine Freundin zu ihrer offensichtlich eher rustikalen Entwurmungsstrategie beglückwünschen. Sie versicherte allerdings, die Katzen würden regelmäßig entwurmt (und zwar nicht nur regelmäßig einmal im Jahr aber vielleicht doch mit etwas zu großen Intervallen).

Erbrochenes mit Bandwurm

Wenn man genau hinsah, konnte man erkennen, dass der Wurmleib aus einzelnen Gliedern bestand und abgeflacht war, so dass wir messerscharf auf einen Bandwurm schlossen, der hier hervor gewürgt worden war. Bandwürmer gehen ja eigentlich lieber den anderen Weg und geben ihre eiergefüllten Glieder, die Proglottiden, durch eine andere Körperöffnung in die Außenwelt ab.

Bandwurm Katze Detail

Mir wird übrigens jetzt noch schlecht, wenn ich diese Bilder sehe, schon allein wegen der Konsistenz des Erbrochenen. Aber zurück zu den Bandwürmern. Ich würde sagen, es handelt sich hier um den dickhalsigen oder Katzenbandwurm (Taenia taeniaeformis). Dieser Wurm kommt ziemlich häufig vor und ist eigentlich nicht besonders gefährlich, er sitzt nur im Darm der Katze und frisst mit ihr um die Wette. Dahinein kommt er meistens über eine Maus oder Ratte, die als Zwischenwirt fungiert. Gute Mäusefänger haben also eigentlich immer Bandwürmer, da kann man noch so gut entwurmen. So gesehen ist meine Freundin rehabilitiert! Für Menschen ist dieser Bandwurm in der Regel auch ungefährlich, also ist alles gut! Zum Nachlesen hat Julia hier schon mal etwas über Würmer bei der Katze geschrieben. Schon allein aus Gründen des Ekels würde ich empfehlen, Katzen, die sich auch schon mal mit ins Bett kuscheln, nicht nur regelmäßig, sondern auch häufig zu entwurmen!

Ich gehe dann mal die Betten frisch beziehen, schlaft lecker!
Viele Grüße Uta

 

 

 

 

4 Kommentare

  1. Julia von Tiergezwitscher sagt:

    Da muss ich mich gleich nochmals mit fachlicher Schlaumeierei melden: Es ist höchstselten, dass man in Erbrochenem oder im Kot Würmer findet, egal ob Bandwürmer, Rundwürmer oder Spulwürmer. Nur weil ihr keine Würmer bei euren Tieren seht, haben die trotzdem welche!!! Dieser Irrtum begegnet jedem Tierarzt täglich in der Praxis und ist leider sehr gefährlich!

    @Andrea: leider haben auch Hunde Bandwürmer, die genauso eklig aussehen….

    • genki@herr-der-mails.de'
      Genki & Co sagt:

      Allerdings nicht all zu häufig. Wie es sich mit freilaufenden Katzen verhält, kann ich nicht beurteilen. Meine Katzen sind Wohnungskatzen und werden alle nicht entwurmt. Meine Hunde allerdings auch nicht und haben nie Würmer. Das lasse ich auch anhand von mehreren Kotproben regelmäßig im Labor untersuchen, von anderen Hundebesitzern, die es ebenso machen, höre ich eigentlich meistens das Selbe, oder es kommt alle Jubeljahre Mal ein befall vor. So häufig kann der Wurmbefall bei Hunden also eigentlich nicht sein. Bei Freilaufkatzen, die ja ständig mit Mäusen, Ratten, Vögeln in Kontakt kommen, ist das vermutlich nochmal etwas anderes.

      • woehrle@tiergezwitscher.de'
        Julia von Tiergezwitscher sagt:

        Liebe Monika, ich bin großer Fan nur bei Bedarf zu entwurmen und diesen Bedarf vorher durch Kotuntersuchungen zu ermitteln. Wichtig ist dabei jedoch, dass die Kotproben über mehrere Tage gesammelt werden und dann aus dieser Mischung eine Probe untersucht wird. Die Würmer scheiden nämlich nicht durchgänging Eier aus sondern nur ab und zu! Da viele diese Sammelaktion und das Gemische eklig finden, wird häufig nur eine einzige „Wurst“ untersucht.
        Und auch auf die Gefahr hin mich ganz unbeliebt zu machen: auch bei reinen Wohnungskatzen empfehle ich einmal jährlich einen Sammelkotprobe zu untersuchen!
        Liebe Grüße, Julia

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