Winterfütterung von Vögeln

Es ist ja nicht nur so, dass seit vielen Wochen Weihnachtsmänner und Co im Supermarkt gestapelt werden, auch Vogelfutter sehe ich an jeder Ecke! Und wie jedes Jahr stellen sich mir dazu einige Fragen: Ab wann? Was? Wie? Warum eigentlich?

Vogelfutter: Meisenknödel und Erdnuesse

Dieses Jahr habe ich mich durch viele gute Quellen vom NABU, Landesbund für Vogelschutz, Tierschutzbund, Wildvogelhilfe, Kraut&Rüben u.a. gelesen und endlich mal alle Antworten gesammelt:

Wann sollte die Winterfütterung beginnen?

Früh! Idealerweise lange vor dem ersten Frost (in der Stadt ruhig schon ab September!) und zwar aus folgenden Gründen:

Bereits im Herbst legen viele heimische Vogelarten ihre Reviergrenzen fest. Je mehr Futter ein Revier bietet, desto mehr Vögel können ohne Konkurrenzdruck in einem Revier leben. Und wenn mehr  Vögel einer Art in einem begrenzten Areal leben, bilden sich mehr Liebespaare, mehr Eier werden gelegt und die Population steigt ❤️

Die Vögel haben Zeit, sich an die Futterstelle zu gewöhnen und finden diese bei Bedarf sofort. Vögel aus der zweiten oder dritten Jahresbrut konnten nur sehr wenig Erfahrung mit der Futtersuche sammeln und profitieren besonders von einem bereits bekannten Futterplatz.

Der erste Frost wird besser überstanden, wenn die Vögel bereits eine kleine Reserve bilden konnten.

Auch den Vögeln, die in den Süden fliegen, schadet es nicht, sich vorher nochmals ein paar Reserven anzufressen. Dadurch erreichen deutlich mehr Vögel die Winterquartiere.

 

Dompfaff und Blaumeise an unserer Futterstelle

Welches Futter ist für welchen Vogel geeignet?

Im frühen Herbst ist es am besten, Futtermittel direkt aus der Natur zu verwenden. Geeignet sind beispielsweise Köpfe von Sonnenblumen, Distelsammenkapseln, Stockrosen und Co. Langsam können dann weitere Futtermittel aus dem Handel zugegeben werden. So kann es auch gelingen, einige Nahrungspezialisten wie  z.B. Stieglitze an den Futterplatz zu gewöhnen.

Spätestens ab November den Vögeln zusätzliche Futtermittel angeboten werden – jährlich geben alleine deutsche Vogelfreunde 15-20 Millionen dafür aus, unglaublich oder?

Körnerfresser wie Meisen, Dompfaffe, Sperlinge und Finken mögen gerne Sonnenblumenkerne, Hanfsamen, Hafer, Hirse und gehackte Nüsse. Diese können entweder im Futterhäuschen ausgestreut werden oder in Form von Knödeln oder Ringen gefüttert werden. Bei Knödeln und Ringen ist dann auch noch eine Portion Fett dabei, die gerne gefressen wird und natürlich ordentlich Energie liefert.

Weichfutterfresser wie Amsel, Rotkehlchen, Star und Zaunkönig fressen gerne Äpfel, Birnen, Rosinen, Haferflocken und Weizenkleie. Diese Vögel nehmen das Futter gerne vom Boden auf. Bei Schnee empfiehlt es sich, den Futterbereich vorher etwas zu räumen und dann das Futter zu streuen. Obst sollte im Ganzen gefüttert werden, nicht kleingeschnitten. So können sich die Vögel geeignete Stücke selber aussuchen und durchfeuchtete oder komplett gefrorene Stellen meiden.

Ich füttere nicht direkt am Boden, es käme mir dann doch so vor, als würde ich eigentlich eine Futterbar für unsere Katzen bereitstellen. Deswegen haben wir wohl so wenig Rotkehlchen im Garten, die ich eigentlich am liebsten mag. Wer eine bestimmte Vogelart anlocken möchte, kann sich bei Wildvogelhilfe e.V. über Vögel und ihre Lieblingsmahlzeiten informieren!

Vogelbestimmungs-Buch Immer nützlich – und schon ordentlich abgegriffen

Wie soll gefüttert werden?

REGELMÄßIG! Die Vögel müssen zum sicheren Überleben bei Frost ihre Futterstellen bei Sonnenaufgang direkt anfliegen und satt werden können. Deswegen muss dafür gesorgt sein, dass die Futterstellen zuverlässig Nahrung bieten!

Ob Futterhaus, Futtersilo, nur Ringe und Knödel – die Auswahl an Futterspendern ist inzwischen unglaublich. Nachdem ich mich quer durchs Internet gelesen habe bin ich der Meinung, jeder sollte so füttern wie es ihm gefällt UND WIE ER ES SAUBER HALTEN KANN! Denn Hygiene scheint mir das einzig Wichtige zu sein, um Salmonellen und andere Bakterien nicht unter den Vögeln zu verbreiten.
Wer wenig Zeit und Muße hat, regelmäßig (und einige Quellen meinen damit TÄGLICH) ein Futterhaus von Futterresten zu befreien und anschließend mit kochendem Wasser auszuspülen, sollte sich lieber für ein weniger pflegeintensives Futtersilo entscheiden, dass nur alle paar Tage aufgefüllt werden muss.
Wichtig ist, dass Futter und Kot nicht in Kontakt kommen. Aus diesem Grund sollten auch Bodenfutterstellen regelmäßig leicht versetzt werden – natürlich nur ein kleines Stückchen, so dass die Vögel die Futterstelle trotzdem finden.

Jede Reinigung immer nur mit heißem Wasser und ohne Chemie!

Sollten Vögel überhaupt gefüttert werden oder ist das ein unzulässiger Eingriff in die Natur?

Über diese Frage könnte man einen eigenen Post schreiben, glücklicherweise hat das schon jemand vor mir getan: Das Für und Wider der Winterfütterung von Vögeln.

Großes Kino: Der Blick aus unserem Küchenfenster

Also ich liebe es, Vögel vor dem Küchenfenster zu füttern. Wir haben zwar diesen Herbst alle Büsche vor dem Fenster ziemlich gestutzt, aber unser „Futterast“ musste stehen bleiben. Vom Tisch, vom Herd und vom Waschbecken habe ich den ganzen Winter über ein kleines Kino!
Julia

P.S. Noch bevor der Adventskalender für die Erzieherinnen im Kindergarten oder die Lehrer in der Schule fertig sein muss oder bevor man ständig irgendwelche Mitbringsel für Adventseinladungen braucht: DO-IT-YOURSELF-VOGELFUTTER auf Tiergezwitscher!

Auch Eichhörnchen lieben VogelfutterDieses Eichhörnchen war letztes Jahr auch fast jeden Tag da!

 

6 Kommentare

  1. info@felis-fidelis.de'
    Lisa von Felis fidelis sagt:

    Danke für die Zusammenstellung!
    Ich bin auch jedes Jahr hin- und hergerissen. Aber letztes Jahr war das Füttern hier am Haus so toll, dass wir es dieses Jahr wieder machen. Allerdings vor dem Wohnzimmerfenster ;o)
    Nur wollen wir dieses Jahr auf fertige Mischungen verzichten, weil ich gelesen habe, dass da Samen von Ambrosia und solchen Schönheiten drin sind…

    Liebe Grüße und viel Spaß beim Vogelkino
    Lisa

  2. mani.voelker@web.de'
    Manuel sagt:

    Hallo 🙂
    Wir füttern im Winter auch dazu. Ich bin der Meinung dass die Vögel, wenn viel Schnee liegt einfach zu wenig Nahrung finden…

    Danke für die Tipps!

    Liebe Grüße Manuel

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