Schildkröten und andere Wunder

 

Uta zieht um und ich treibe mich rum, deswegen herrschte auf dem Blog so lange Weihnachten. Wir sind campen in Mexiko und sind gestern Abend zufällig an einem Strand gelandet, an dem bei Sonnenuntergang frisch geschlüpfte Schildkröten freigelassen werden.

Freiwillige suchen jeden Tag den Strand ab und suchen nach Spuren von Schildkrötenweibchen, die ihre Eier hier im Sand vergraben. Da es hier jedoch viele Coyoten und Hunde gibt, die nachts die Eier klauen, hat sich die Schildkrötenpopulation immer weiter verringert.

Nun werden die Eier ausgegraben und in einem „Gewächshaus“ am Strand ausgebrütet. Die Bruttemperatur entscheidet dabei über das Geschlecht. Bei 29 Grad Celsius schlüpfen 50% männliche und 50% weibliche Tiere. Bei geringeren Temperaturen schlüpfen mehr Männchen, bei höheren Temperaturen mehr Weibchen.

Bei Sonnenuntergang werden die am jeweiligen Tag geschlüpften Schildkröten dann ins Meer gebracht. Immer bei Sonnenuntergang, damit die gierigen Möwen, Pelikane und Co nicht gleich die Hälfte wieder auffressen.

Dazu wird der Eimer mit den Schildkröten einfach 5 Meter von der Wasserlinie umgekippt. Die Schildkröten wissen genau in welche Richtung sie krabbeln müssen. Auch wenn die starke Brandung sie häufig wieder zurückspült – nach etwa einer halben Stunde hatten alle Schildköten den Weg ins Meer gefunden. Und kommen hoffentlich in einigen Jahren zurück um selber Eier an diesem Strand zu vergraben.

Es war ein sehr schöner Anblick, die winzigen Schildkröten in den Pazifik krabbeln zu sehen. Allerdings sprangen gleichzeitig weiter draußen im Meer Wale, so dass ich immer ein bisschen abgelenkt war 🙂

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