Geflügelpest – Aviäre Influenza – Vogelgrippe

Hahn aufgestallt Vogelgrippe

Grippezeit – nicht nur in der Apothekenumschau ein brandheißes Thema, auch die Hühnerhalterszene beschäftigt alle Jahre wieder die Vogelgrippewelle kurz vor Weihnachten. Mit dem Vogelzug kommen auch die Grippeviren, denn die bilden in den Wildvögeln ein Reservoir. Das bedeutet, dass einige Wildvögel das Virus in sich tragen, aber nicht daran erkranken. Sie können es aber verbreiten. Und irgendwie schaffen die Viren es ja sogar, in hermetisch abgeschotteten Elterntiererzeugerbetriebe (das nominiere ich als Unwort des Jahres 2016) einzudringen, in die man als Normalsterblicher überhaupt nicht hineinkommt und als Tierarzt nur nach Überwindung etlicher Hygienebarrieren inklusive Duschen und komlettem Garderobenwechsel – und mit komplett meine ich tatsächlich KOMPLETT! Wie die Viren aus dem Vogelkot der vorbeifliegenden Graugans es dort hineinschaffen, ist mir ein Rätsel. Aber ich werde mich jetzt keiner Verschwörungstheorie anschließen und laut „Sabotage“ rufen, sondern mich eng an die Fakten halten.

Zumindest haben wir es in diesem Jahr mit einem besonders aggressiven Grippevirus zu tun. Das erkennt man bereits daran, dass auch Gänse sterben. Normalerweise sind es Hühner, die daran reihenweise tot umfallen, weil sie eben sehr empfänglich für aviäre Influenza sind. Gänse und Enten sind im Regelfall wesentlich widerstandsfähiger. Ihnen merkt man die Infektion häufig gar nicht an. Daher erkranken bzw. sterben ja auch nur sehr wenige der Wildvögel bzw. Zugvögel, denn dabei handelt es sich ja eher um Gänseartige. Dieses Jahr scheint das etwas anders zu sein.

Vielfalt Influenzaviren

Echte Grippe wird wie gesagt durch Influenzaviren hervorgerufen. Davon gibt es sehr viele verschiedene, die meistens führen auch nur zur Erkrankung einer Spezies wie z.B. Menschengrippe, Pferdegrippe oder eben auch die diesjährige Vogelgrippe. Manchmal gibt es Influenzaviren, die neben ihrem Hauptwirt auch andere Spezies befallen können, so war es bei der Schweinegrippe, die ja auch zu Erkrankungen beim Menschen führte. Und so war es auch bei der Vogelgrippe 2006, die hervorgerufen wurde durch das Influenzavirus H5N1. Dieses Virus konnte auch bei Menschen eine Grippe hervorrufen. Dieses Jahr ist es aber ein anderes Virus, nämlich H5N8, das, zumindest nach heutigem Kenntnisstand, für den Menschen ungefährlich ist.

Influenzaviren können sich relativ leicht verändern, daher müssen z.B. bei Impfungen die Impfstoffe ständig angepasst werden und manchmal schützen sie halt auch nicht gegen alle Influenzastämme, wie man so schön sagt. Genau vor dieser rasanten Veränderung hat man Angst. Fachleute stellen sich den „worst case“ so vor: Ein Mensch, der ein menschliches Grippevirus in sich trägt (und noch nicht röchelnd im Bett liegt sondern munter seinen Hühnerstall ausmistet), kommt in Kontakt mit einem hochaggressiven Hühnergrippevirus. Im menschlichen Körper treffen sich die beiden eng verwandten Viren und verschmelzen zum Supervirus, das erstens Menschen infiziert und zweitens hochaggressiv ist. Und schon hat man eine zweite spanische Grippe und viele werden dahin gerafft.

Rechtliche Regelungen bei Vogelgrippe

Davor hat man also Angst und um das möglichst zu verhindern, gibt es die nationale Geflügelpest-Verordnung und noch einige Verordnungen im EU-Recht. Die Geflügelpest-Verordnung regelt die Rahmenbedingungen für Sperrbezirk & Co. Dazu sollte man wissen, dass man zwischen hochpathogenen (also schwer krank machenden=HPAI) und niedrigpathogenen (also kaum krank machenden=LPAI) Viren unterscheidet. Die Influenzavirenstämme H5 und H7, die am häufigsten vorkommen, gibt es jeweils in HPAI und LPAI. Bei dem zur Zeit in Deutschland nachgewiesenen Influenzavirus handelt es sich um H5N8 HPAI.

Der Nachweis von hochpathogenen Vogelgrippeviren führt immer zur Tötung des Bestandes, in dem die Viren nachgewiesen wurden (das entfällt logischerweise bei einem toten Wildvogel, bei dem so ein Virus festgestellt wurde. Es sei denn, der Kadaver liegt dummerweise mitten in einem Hühnerhof). Im Umkreis von 3km um den Bestand oder den Fundort herum wird ein Sperrbezirk errichtet, im Umkreis von weiteren 7km um den Sperrbezirk herum ein Beobachtungsgebiet. Dann kann es noch eine Kontrollzone geben, muss es aber nicht. Außerdem muss i.d.R. der gesamte Landkreis sein freilaufendes Geflügel aufstallen, wenn das nicht bereits zuvor angeordnet wurde (s.unten). Also: Die Tür bleibt zu!

Hühnerstalltür bleibt zu wegen Vogelgrippe

Innerhalb von Sperr- und Beobachtungsgebiet herrschen bestimmte Auflagen, die zum Teil „Kannbestimmungen“ sind, also je nach aktuellem Seuchengeschehen angepasst werden können. Daher sollte man immer auf die Informationsseite des zuständigen Veterinäramtes schauen, was für Auflagen konkret gerade herrschen.

Im Sperrgebiet muss man im Regelfall für 21 Tage Folgendes beachten:

  1. Geflügel und in Gefangenschaft gehaltene Vögel anderer Arten dürfen nicht aus dem Bestand verbracht werden.
  2. Bruteier dürfen aus dem Bestand nicht verbracht werden.
  3. Frisches Geflügelfleisch, Fleischerzeugnisse oder Fleischzubereitungen, das von Hausgeflügel oder Federwild gewonnen wurde, darf nicht aus dem Bestand verbracht werden.
  4. Tierische Nebenprodukte wie Stallmist etc. dürfen aus dem Bestand nicht verbracht werden.
  5. An den Ein- und Ausgängen der Ställe oder sonstigen Standorte, in denen Geflügel gehalten wird, müssen Matten oder sonstige Bodenauflagen ausgelegt werden und mit einem wirksamen Desinfektionsmittel getränkt und damit stets feucht gehalten werden.
  6. Gehaltene Vögel dürfen nicht zur Aufstockung des Wildvogelbestandes freigelassen werden
  7. Die Jagd auf Federwild ist untersagt.
  8. Geflügel darf nur im Durchgangsverkehr auf Straßen des Fernverkehrs befördert werden und nur, soweit das Fahrzeug nicht anhält und Geflügel nicht entladen wird.
  9. Hunde- und Katzenhalter haben sicherzustellen, dass die Tiere im Sperrbezirk nicht frei umherlaufen

Für das Beobachtungsgebiet gilt:

  1. Für die Dauer von mindestens 15 Tagen darf Hausgeflügel nicht aus dem Beobachtungsgebiet verbracht werden.
  2. Für die Dauer von mindestens 30 Tagen darf Federwild nur mit Genehmigung oder Anordnung der zuständigen Behörde gejagt werden.
  3. Für die Dauer von mindestens 30 Tagen dürfen vom Menschen gehaltene Vögel nicht zur Aufstockung des Wildvogelbestandes freigelassen werden.
  4. Hunde- oder Katzenhalter haben sicherzustellen, dass die Tiere im Beobachtungsgebiet nicht frei umherlaufen.

Die Auflistung habe ich der Homepage des Zweckverbands Veterinäramt Jade Weser „entliehen“, auf der man wirklich alle wichtigen Informationen und Links zur Geflügelpest findet.

Beim Auftreten von niedrigpathogenen Influenzaviren können auch Sperr- und Beobachtungsbezirke eingerichtet werden, aber der Radius ist dann kleiner und die Auflagen normalerweise weniger streng.

Damit sich die Geflügelpest gar nicht erst ausbreitet, haben viele Landkreise ja bereits vorsorglich nach dem ersten Vogelgrippenachweis eine Aufstallverpflichtung für Geflügel herausgegeben. Aufgestallt ist jedes Geflügel, das entweder im Stall ist oder unter einem Dach, das allseits von vogeldichten Netzen oder Maschendraht umgeben ist, damit nicht mal ein Zaunkönig hindurchhuschen kann. Futter und Wasser darf auch nicht mit Wildvogelkot etc. in Berührung kommen. Von der Aufstallpflicht kann man theoretisch eine Ausnahmegenehmigung beantragen und auch erhalten, wenn man gute Gründe anführen kann. Dieses Jahr bekam ich aber leider aufgrund der Seuchenlage keine Ausnahmegenehmigung von der Aufstallverpflichtung wie in den Jahren zuvor. Und nicht nur das, es gibt jetzt auch noch eine Eilverordnung des Bundes Biosicherheit für Kleingeflügelbestände mit bis zu 1000 Stück Geflügel. Darin geht es um betriebseigene Schutzkleidung, Desinfektionsmaßnahmen usw. Den Link dazu findet Ihr auch auf der JadeWeser-Seite. Also, zieht euch den Einwegoverall an, bevor Ihr die zwei Eier aus dem Stall holt! Es dient alles dem Schutz für Blacky, Braunelle, Teddy, Silber, Mischmasch, Dicken und wie sie alle heißen! Und als Kopfbedeckung kann man ja zur Zeit auch eine Weihnachtsmannmütze wählen…

Hühner im Auslauf

Euch eine seuchenfreie Adventszeit,
Uta

Bestattung von Haustieren

Wenn es um Aktualität ginge, müsste ich heute darüber bloggen, wie wir versuchen unsere Hühner vor der Vogelgrippe schützen. Aber ich bin so genervt vom Anbringen von Plastikplanen, kleinmaschigen Netzen und unglücklichen, eingesperrten Hühnern, dass ich dieses Thema hier einfach ignoriere. Mein Beileid an alle anderen Hühner und deren Halter.

Und beim Thema Beileid bleibe ich heute einfach (passt ja auch irgendwie mit Totensonntag), erreichte mich doch vor einiger Zeit diese kryptische WhatsApp-Nachricht meiner Mutter:

Lis hat ihren Hund ins Meer geschüttet. Er badete so gerne!

Das Bild dazu brauchte eine Ewigkeit zum Laden und währenddessen überlegte ich, was das wohl bedeuten soll. Wie schüttet man einen Hund ins Meer? Hat da die Spracherkennung einen Fehler gemacht?

Die Asche eines Hundes wird im Meer verstreut.

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Liebster Award – eDgar von der Struppibande hat uns nominiert!

eDgar von der Struppibande hat uns für den Liebster Award nominiert – O-Ton: “ irjendwie andas als die andan un wir stehn uff besondas.“ Und darüber freuen wir uns ganz besonders, denn wir sind große Fans dieser Truppe!

So funktioniert das Ganze:

Der Liebster Award ist eine Blogartikelserie, in der sich Blogger gegenseitig Fragen stellen und weitere Blogs mit neuen Fragen nominieren. Das Ziel ist die Vernetzung untereinander und die Leser können so mehr über den Blogger und seine Beweggründe erfahren.

  • Verlinke die Person, die dich nominiert hat
  • Beantworte die 10 Fragen die dir gestellt wurden
  • Nominiere 5 Blogs (oder weniger), die weniger als 200 Follower haben und mach sie darauf aufmerksam, dass du sie nominiert hast
  • Erstelle 10 (eigene) Fragen für die Nominierten

Los geht es mit eDgars Fragen:

  1. Wie heißt dit so schön „uffn Hund jekommen“? Und wie war dit bei Euch? Wie habt ihr zueenanda jefunden?

    Am Präp-Tisch. 1. Semester Tiermedizin Tiho Hannover Anatomiesaal 1991. Wir sollten uns zu fünft zusammenfinden. Uta hatte das Glück, schon mit einer Freundin am Tisch zu stehen und zum Glück für uns alle trug diese Freundin verrranzte Chucks. Da dachte sich Julia, das könnte passen und stellte sich dazu. Und über dem (leider toten) Deutsch Drahthaar auf dem Tisch haben wir uns gefunden!Foto für den Liebster Award

  2. Warum eijentlich n hundatsta Hundeblogg (für Tiergezwitscher: Tierblogg)? Un nich Mode, Essen, Handarbeit oda Bücha .. Watt is der Reiz?

    Man kann ja nur darüber schreiben, worüber man auch etwas weiß. Das fällt Mode und Handarbeiten schon mal flach. Essen können wir beide gut und reichlich und kochen eigentlich auch, aber irgendwie sollten ja auch so viele Jahre Studium nicht umsonst gewesen sein (auch wenn der Professor für Lebensmittel- und Fleischhygiene im Hinblick auf die vielen Studentinnen immer von der teuersten Hausfrauenausbildung der Welt sprach…).

  3. Intanetz frißt ville Zeit. Isso so. Wie ville vabraucht Ihr so, um für Eure Beiträje zu recherchieren? Un wie orjanisiert Ihr dit?

    Am Anfang hatten wir beide gerade unseren Job bei der gleichen Firma verloren und hatten viel Zeit, die Beiträge zu planen. Da konnten wir noch gemütlich über Skype gemeinsam Tee trinken, nebenbei Wäsche aufhängen und Blog-Strategien entwickeln. Jetzt arbeiten wir beide wieder – leider nicht mehr zusammen – und jeder versucht die Zeit irgendwo abzuknapsen. Aber mit Job, Haushalt, Kinder, Ehemännern, Tieren usw. schaffen wir es leider oft nur noch selber zu bloggen und wenig bei anderen Bloggern zu lesen. Nach Möglichkeit schreiben wir ja über aktuelle Themen, die uns ohnehin gerade beruflich oder in unserer privaten Tierhaltung beschäftigen. Und wenn man etwas wirklich wissen will oder machen will, findet sich ja seltsamerweise immer etwas Zeit dafür.

  4. Wer oda watt nervt Euch besondas oda kann Euch so richtich den Tach vamiesen?

    Uta: Der Wecker. Der Wecker am Montagmorgen. Der Wecker am Montagmorgen und es ist Schietwetter. Der Wecker am Montagmorgen und es ist Schietwetter und finster und der erste Arbeitstag im Januar. Das ist der Supergau.
    Julia: Oh, ich weiß genau wie Uta dann guckt – in Deckung! Bei mir verursacht „zu spät sein“ innerhalb von Sekunden extrem schlechte Laune und Stress. Leider oft auch schon der Gedanke daran, zu spät sein zu können….

  5. Nach Rejen kommt bekanntlich imma wieda Sonnenschein. Wer oda watt schafft dit imma Euch wieda een Lächeln int Jesichte zu zauban?

    Uta: Das klingt jetzt platt, aber das schafft mein Hund. Oder meine Katze, wenn ich gerade sauer auf den Hund bin. Da bin ich flexibel. Pferd und Huhn können das auch gut. Warum schaffen Tiere das?
    Julia: Kalorien. Am liebsten in Form von Utas Makkaroni-Pfanne.

  6. Ick bin ja bekennenda Berlina, der von Californien träumt. Für welche Stadt/Land brennt Eua Herz un warum?

    Julia: RIO DE JANEIRO! A cidade maravilhosa! Von Gott am 8. Tag erschaffen! Allerdings nur zu Besuch, nicht zum Leben. Zum Leben lieber Hallig Hooge.
    Uta: Hamburg. Meine Perle.

  7. Heimat. Wer oda watt un vor allem wo is für Euch Heimat?

    Uta: Heimat ist für mich das Land, also die Natur mit seinen Farben und Gerüchen. Besonders stark ist das Heimatgefühl tatsächlich immer noch, wenn ich auf den Wegen wandle, auf denen ich groß geworden bin, also in der Lüneburger Heide. Inzwischen sind ein paar neue Gegenden dazugekommen. Also, da bin ich extrem konservativ, Heimat ist Scholle!!!
    Julia: Ich kenne mich mit Heimat irgendwie nicht so gut aus, bin einfach schon als Kind zu oft umgezogen. Aber der Geruch vom sommerlichen Niedersachsen kann mich sehr glücklich machen.

  8. Wir machen ja ville Sport, essn jesund un tun och sonst ne Menge für’n entspanntet, langet Leben…. Wie haltet Ihr Euch fit?

    Uta reitet und Julia versucht seit Jahren mit Yoga ähnlich schicke Oberarme zu bekommen….

  9. Wenn ICK ma unanjemeldet un übaraschend bei Euch vor die Türe stünde (also rein theoretisch) watt müsste ick dabei haben, det’a mir uff keen Fall nich wieda weg schickt?

    Dit Frauchen und TooSi natürlich! (Kuchen wäre auch nicht schlecht)

  10. Meene nächste Kolumne, worum sollt jehn?

    Mehr davon, dass wir was Besonderes sind, davon können wir gar nicht genug hören!!!

Und nun kommen unsere 10 Fragen:

  1. Katze oder Hund?
  2. Kaffee oder Tee?
  3. Stadt oder Land?
  4. Blond oder brünett?
  5. Kino oder Theater?
  6. CD oder Platte?
  7. Rührei oder Spiegelei?
  8. Apfel oder Schokolade?
  9. Stiletto oder Gummistiefel?
  10. Sekt oder Selters?

Wir freuen uns SEHR auf die Antworten von:

Lotta

Herr Bohne vom Land

Mädchenhund

Serendipity is Life

Räuberpfoten

Liebe Grüße von Uta und Julia ❤️

 

 

 

Phänomen Kotwasser

Ich ärgere mich. Schon wieder habe ich heute morgen die Kamera zuhause vergessen, als ich in den Stall zum Pferd fuhr. Dort hätte ich nämlich viele Fotos von vollgesch…. Hinterbeinen und verklebten Schweifen machen können. Einige Pferde setzen leider seit ein paar Wochen mehr oder weniger dünnen Kot ab anstatt schön geformter Pferdeäpfel. Mein Pferd gehört zum Glück (noch?) nicht dazu. Die Besitzer sind verzweifelt. Zum einen ist es eine echte Sauerei, zum anderen machen sie sich wirklich Sorgen. Und nichts scheint dagegen zu helfen. Ein Grund für mich, mich näher mit dem Thema Kotwasser, freies Kotwasser bzw. Durchfall zu beschäftigen.

Definitionen Kotwasser, freies Kotwasser und Durchfall

Von freiem Kotwasser spricht man, wenn neben geformten Pferdeäpfeln eine bräunlich bis schwarze Flüssigkeit ausgeschieden wird. Meistens rinnt sie nach dem Kotabsatz an den Hinterbeinen hinab. Das sieht nicht nur unappetitlich aus, die jauchige Flüssigkeit kann auch dazu führen, dass sich die Haut auf Dauer entzündet. Kotwasser kann aber auch in gebundener Form auftreten, dann ist der Kot nicht mehr geformt, sondern platscht in weichen Haufen hinab. Meistens sind in dem Brei Fasern des Raufutters zu entdecken. Wenn die Haufen auch häufiger als normal abgesetzt werden, spricht man von Durchfall. Der Begriff Durchfall beschreibt erstmal nur das Symptom, er gibt noch keinen Aufschluss auf die Ursache. Im allgemeinen Sprachgebrauch setzt man Durchfall häufig direkt mit Darmerkrankung gleich, das ist aber nicht richtig. Hinter Durchfall können viele Ursachen stecken und längst nicht alle sind krankhaft. Weiterlesen… →

Herdenschutzhund – kein Hütehund

Schafe beschützt vom Herdenschutzhund

Wer fürchtet sich vorm bösen Wolf? – Ich nicht, aber ganz sicher einige Schafe und auch Rinder bei uns in der Region zwischen Elbe und Weser. Hier wird der Wolf allmählich wieder heimisch, ein Wolfspaar hat sich bereits angesiedelt und erfolgreich Junge aufgezogen. Grundsätzlich finden die Wölfe in dieser wildreichen Region genug „wilde“ Nahrung, so dass sie sich nicht an Nutztieren vergreifen müssen. Leider tun sie das aber trotzdem in zunehmendem Maße, was ihnen nicht gerade Sympathien einbringt und den Wolfsgegnern reichlich frisches Fleisch ähhh frische Argumente liefert. Ich stelle mir vor, dass sich ein Wolf vor einer eingepferchten Herde Schafe oder Rinder fühlt wie ein Pauschaltourist am All-you-can-eat-Buffet: Maßlos. Und genauso verhält er sich dann auch. Er reißt unnötig viele Schafe, weil sie ihm ja nicht entwischen können und weil sie nun mal so leicht und lecker vor seiner Nase herumstehen (Das entspricht den vielen, noch fast vollen Tellern, die bei all-inklusive Reisen häufig wieder in die Küche und damit in den Müll wandern). Das bedeutet aber viel Leid für die Schafe/Rinder und damit auch für die Halter. Entschädigung finanzieller Art gibt es nur, wenn zuvor wirkungsvolle Maßnahmen zur Wolfsabwehr ergriffen wurden. Aber was ist eine wirkungsvolle Maßnahme?

Herdenschutzhund versus Hütehund

In diesem Zusammenhang fällt neben wolfssicheren Zäunen häufig auch der Begriff Herdenschutzhund. Zuerst habe ich darüber so hinweg gelesen und in meinem Hirn spulte sich die bekannte Gleichung  Schaf+Hund=Hütehund ab. Aber bei genauem Hinsehen bzw. Hindenken fiel mir auf, dass mit einem Herdenschutzhund sicher kein niedlicher Bordercollie gemeint ist. Tatsächlich handelt es sich um einen ganz anderen Hundetyp, und zwar so ziemlich um das genaue Gegenteil eines Hütehundes. Weiterlesen… →

Mutter-Kind-Station für Glucke und Küken

Die Freude war groß als sich unsere Henne vor ein paar Wochen entschied zu glucken. Schnell wurden vermeintlich befruchtete Eier organisiert, untergeschoben und gewartet. Und als die Eier gut angenommen waren, habe ich mir den Familienplaner genommen, um das voraussichtliche Schlupfdatum einzutragen. Und plötzlich freute ich mich schon etwas weniger auf mögliche Küken, denn der Termin war genau 3 Tage vor unserem geplanten Familienurlaub….

Da unser Hühnerstall etwa 1m hoch steht ist die Hühnerleiter nämlich ziemlich hoch und für Küken geradezu unüberwindbar, so dass ich beim letzten Mal Mutter und Kinder im morgens aus dem Stall in ein kleines Sondergehege getragen habe – natürlich nur bei gutem Wetter – und abends wieder zu den anderen in den warmen Stall. Dieses Prozedere wollte ich aber unserer Nachbarin nicht auch noch zumuten. Außerdem fallen ja auch schon ziemlich viele Blätter und ich hatte Angst, dass der Habicht langsam wieder eine sehr gute Sicht auf die Hühner bekommt.

Was muss man für Glucke und Küken vorbereiten? Weiterlesen… →