Oh du fröhliche: Schokoladen-Vergiftung bei Hund und Katze!

Heute musste ich ein bisschen länger bei Edeka an der Kasse warten und da fiel mir dieses Jahr erstmals ganz bewusst auf, dass schon wieder alles voller Weihnachtszeug ist. Ich lade mir zwar den Einkaufswagen gerade erst mit Süßigkeiten für – das von mir verhasste – Halloween voll, aber andere Menschen vergnügen sich anscheinend schon mit Schokoladen-Weihnachtsmännern, Spekulatius, Dominosteinen und Lebkuchenherzen. Es ist wohl ein Zeichen fortgeschrittenen Alters, dass es mir so vorkommt, als würde dieser Irsinn jedes Jahr früher beginnen.

In meiner Vorstellung stehen in der Hälfte der deutschen Haushalte also jetzt bereits bunte Teller voller Köstlichkeiten auf den Tischen und ich denke, es ist genau der richtige Zeitpunkt Aufklärungsarbeit zu leisten zum Thema Hunde, Katzen und Schokolade!

Giftige Schokolade für Hund und Katze

Warum ist Schokolade für Hunde und Katzen giftig?

Schokolade enthält Kakao und Kakao enthält Theobromin. Theobromin ist ein Stoff mit ähnlicher Wirkung wie Koffein (deswegen sehne ich mich auch gerade nach einer schönen Tafel Schokolade, die mich in der nächste Stunde noch daran hindern könnte, dass mir die Augen zufallen…). Glücklicherweise wird uns Menschen schlecht, bevor wir eine Schokoladenvergiftung bekommen. Bei unseren Haustieren ist es leider anders: ihnen fehlt ein Enzym im Stoffwechsel, das Theobromin abbaut. Deswegen reichert sich das Theobromin ungehindert im Blut an und kann zu einer Vergiftung führen.

Der Theobromin-Gehalt steigt proportional mit dem Gehalt an Kakao. Dunkle Zartbitterschokolade enthält also deutlich mehr Theobromin als Vollmilchschokolade. Und weiße Schokolade enthält kein Theobromin (aber genauso viele Kalorien!).

Schokolade ist für Hunde und Katzen giftig.

Welche Symptome zeigen Hunde und Katzen bei einer Vergiftung mit Theobromin?

Leider sind die Symptome einer Schokoladen-Vergiftung ziemlich unspezifisch. Wenn man Glück hat, findet man also einen angeknabberten Schokoladenrest, die Verpackung oder bemerkt den Verlust und kann dadurch auch ungefähr abschätzen wie viel Schokolade das Tier gefressen hat.

Etwa vier Stunden nach dem Fressen zeigen Hund und auch Katze meist Symptome wie Muskelzittern, Keuchen und Unruhe. Wurde die Verpackung mitgefressen, kann es auch etwas länger dauern, da sich die Verdauungsenzyme erst durch Aluminim & Co kämpfen müssen.

Dosis facit venenum – die Dosis macht das Gift!

Die Wissenschaftler scheinen sich nicht ganz einig zu sein, wie viel Theobromin Hunde und Katzen vertragen. Ist doch schön, dass zumindest in diesem Fall bisher scheinbar keine Tierversuche durchgeführt wurden, oder? In der Literatur schwanken die Angaben über die tödliche Dosis zwischen 100 und 500 mg pro Kilogramm Körpergewicht. Katzen scheinen empfindlicher zu sein, also nur etwa 200 mg pro Kilogramm Körpergewicht zu vertragen. Eine Tafel Zartbitterschokolade enthält etwa 500 mg Theobromin. Im schlimmsten Fall könnte also eine Tafel Zartbitterschokolade für einen 5-kg-Hund bereits tödlich sein.

Gerade viele ältere Menschen füttern ihren Haustieren regelmäßig kleine Mengen Schokolade, haben aber nie Vergiftungserscheinungen beobachtet. Allerdings scheint auch der regelmäßige Konsum kleiner Mengen von Theobromin für Hunde und Katzen gefährlich zu sein. Es treten zwar keine Vergiftungssymptome auf, jedoch konnten Schäden an der Herzmuskulatur beobachtet werden.

Was ist zu tun, wenn Schokolade gefressen wurde?

Je früher der Schokoladen-Diebstahl entdeckt wird, desto leichter ist die Behandlung – die je nach Menge der Schokolade oder Größe des Tieres durch einen Tierarzt erfolgen sollte. Im Idealfall wird das Verschwinden schnell bemerkt, die Schokolade befindet sich noch im Verdauungstrakt und ein medikamentös herbeigeführtes Erbrechen verhindert, dass das Theobromin in den Blutkreislauf gelangt. Bitte NIEMALS das Tier selber zum Erbrechen bringen! Weder Finger im Schlund noch Salzwassser sind eine gute Lösung, sondern führen eher zu Bissverletzungen beim Tierhalter oder Erbrochenem in der Lunge des Tieres.
Ist die Schokolade bereits verdaut und Theobromin im Blut angereichert, kann nur noch eine so genannte symptomatische Behandlung erfolgen. Wie der Name sagt, wird versucht die durch das Gift entstehenden Symptome abzumildern. Die Tiere bekommen in diesen Fällen meist einen venösen Zugang gelegt, so dass über die Infusion komplikationslos verschiedene Wirkstoffe verabreicht werden können. Der Ausgang einer Vergiftung mit Schokolade ist ungewiss, Menge an Theobromin und Größe des Tieres sind hierfür entscheidend.

Mein Tipp: lasst einfach keine Schokolade unbeobachtet rumliegen. Das ist vermutlich nicht nur für Hund+Katze gesünder. Zumindest bei mir reduziert es den Schokoladen-Konsum deutlich, wenn ich vom Sofa erst zum Schrank laufen muss und nicht ein schönes Buffet vor mir stehen habe. Ob das auch klappt, wenn ich nun diese ganzen Weihnachtssüßwaren, die ich für diesen Post kaufen musste, im Schrank habe, werde ich ja sehen.

Und obwohl die Fotos hier einen anderen Eindruck erwecken könnten, wünsche ich Euch keinesfalls eine schöne Vorweihnachtszeit, sondern Happy-Urghh-Halloween….
Julia

Kürbis für Halloween