Entwurmung von Hundewelpen

Entwurmung von Welpen

Die Entwurmung von Welpen ist ja eigentlich ein ziemlich abgegriffenes Thema und viele von euch rollen jetzt vielleicht die Augen und denken „fällt denen nichts Besseres ein“. Es ist aber aus meiner Sicht immer wieder unglaublich, wie viele Hundehalter überzeugt sind, ihren Hund regelmäßig zu entwurmen und damit 1x jährlich meinen! Und da ich gerade großartiges Fotomaterial zur Verfügung gestellt bekommen habe, konnte ich es mir nicht verkneifen, dieses Thema mal wieder aufzugreifen!
Die 4 Monate alte Labrador-Hündin Ava hat nämlich – trotz Entwurmung am Tag der Abgabe an die neue Familie – plötzlich Spulwürmer im Kot:

Welpe muss entwurmt werden

Die meisten Parasiten haben unglaublich schlaue Strategien zum Überleben oder zur Verbreitung von Krankheitskeimen entwickelt. Die „Zusammenarbeit“ von Zecke und Borrelien habe ich hier bereits beschrieben und auch die Endoparasiten bei Hunden sind sehr clever – zum Beispiel Spulwürmer!

Spulwürmer (Toxocara spp.)

Spulwürmer gehören zu den in Deutschland am meisten verbreiteten Würmern bei Hunden, sie sind überall in der Umwelt vorhanden. Hunde nehmen die Eier oral auf und im Darm entwickeln sich aus diesen Eiern über verschiedene Larvenstadien dann adulte, also ausgewachsene Würmer, die wiederum neue Eier ausscheiden. Die meisten dieser Eier werden wiederum mit dem Kot ausgeschieden, um dann den nächsten Hund zu infizieren. ABER: ein Teil der Larven wandert auch in das Gewebe und kapselt sich dort ab. Sie werden in diesem Stadium nicht durch Wurmmittel abgetötet! Bei einer tragenden Hündin werden diese Wurm-Stadien durch die hormonelle Umstellung der Hündin aktiv und wandern in die Gebärmutter und in die Milchdrüse.

Viele Welpen sind also bei der Geburt bereits mit Spulwürmern infiziert oder werden dies mit dem ersten Schluck der Muttermilch. Eigentlich genial, oder?
Leider gibt es derzeit kein zugelassenes Medikament, dass bei einer tragenden Hündin die Infektion der Welpen verhindern würde.

Wie werden Hundewelpen richtig entwurmt?

Ab der 2. Lebenswoche,
alle 2 Wochen,
bis 2 Wochen nach dem Absetzen.*

Und zwar mit einem Medikament, dass nicht nur Spulwürmer, sondern auch Bandwürmer, Hakenwürmer und einige andere fiesen Parasiten eliminiert, denn die haben sich auch einiges einfallen lassen, um bereits Welpen zu schädigen. Wer es genau wissen möchte, wird beispielsweise hier fündig. Außerdem sollte das Medikament möglichst viele Stadien abtöten, also Eier, Larven und ausgewachsene Würmer.

Und die Hündinnen?

Da es derzeit kein Medikament für tragenden Hündinnen gibt, sollten diese gleich mit der ersten Entwurmung der Welpen, also 2 Wochen nach Geburtstermin, entwurmt werden. Anschließend gilt wieder das Entwurmungsschema für ausgewachsene Hunde, s.u.

Entwurmung von ausgewachsenen Hunden

Das genaue Entwurmungsintervall hängt von den Lebensumständen des Hundes UND der Familie ab. Sollten sich Krabbelkinder oder immungeschwächte Personen im gleichen Haushalt befinden. muss  deutlich häufiger entwurmt werden. Mit einem Test kann man  ganz gut herausfinden, wie oft eine Entwurmung beim eigenen Hund sinnvoll ist.

Vorbeugend entwurmen oder jedes Mal eine Kotuntersuchung?

Viele Hundehalter möchten ihren Hund nicht entwurmen ohne sicher zu sein, dass der Hund auch wirklich Würmer hat und ziehen deswegen eine regelmäßige Kotuntersuchung vor. Problematisch ist nur, dass die Würmer nicht jeden Tag Eier ausscheiden und deswegen nicht bei jedem Kotabsatz Eier im Kot verhanden sind. Uta und ich haben früher noch gelernt, dass man deswegen den Kot über drei Tage sammeln  und dann eine Mischprobe untersuchen lassen soll. Das finde ich eigentlich noch ganz praktikabel. In den neueren Empfehlungen steht jedoch, dass der Kot von mehreren Tagen FRISCH untersucht werden soll. Und 7-10 Tage nach einer eventuellen Entwurmung dann der Erfolg durch eine erneute Kotuntersuchung überprüft werden soll. Das sind dann ja mal eben 6 Kotuntersuchungen, mindestens alle 3 Monate – ziemlich aufwändig und teuer!

Schaden Würmer auch dem Menschen?

JA!
Spulwurmereier gelangen beispielsweise beim Streicheln auf die Haut, werden zusammen mit etwas Schokopudding abgeschleckt und gelangen in den Darm. Dort entwickeln sich dann Larven, die die Darmschleimhaut durchbohren und eine so genannte „somatische Wanderung“ durch verschiedenste Organe beginnen. Sind Augen, Nervenbahnen oder das Gehirn von dieser Wanderung betroffen, können schwerwiegende Erkrankungen folgen.
Von Bandwürmern wollen wir hier lieber gar nicht erst anfangen….

Bei Katzen ist das übrigens alles ziemlich ähnlich. Darum fasse ich mir heute auch ein Herz, überwinde meine Hemmungen und entwurme unsere Katzen auch mal wieder!
Liebe Grüße, Julia

*Empfehlungen der ESCCAP

 

 

 

 

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